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Gartenshop: Home Blog Herstellung von echtem Terracotta
Herstellung von echtem Terracotta PDF Drucken E-Mail

In Kürze - neun Schritte bis in Ihren Garten:

Die Tonerde wird unter freiem Himmel in der Nähe von Impruneta  
abgebaut und überschüssiges Material von Hand aussortiert.

Die so gewonnene reine Tonerde wird einige Tage an der Sonne  
getrocknet und dann von schweren Maschinen zu einem feinen Pulver  
gemahlen.

Der "Brennmeister" setzt dem Pulver in einem genau festgelegten  
Verhältnis Wasser hinzu, wodurch die Rohe Tonmasse für die Fertigung  
entsteht.

Die Tonmasse wird nun in "Rundfertigung" von Hand zu einem Topf,  
einer Vase oder einem Kasten geformt und wächst ca. 10 - 15 cm am Tag.

Die fertige Form wird im Schatten angetrocknet und rohe Tonwülste  
werden je nach Verzierung der Formen aufgesetzt. Die Wülste werden  
von Hand in die gewünschte Verzierungsform wie zB Blumen oder Löwen  
gebracht.
Das fertige Terracottaunikat wird im Schatten für 2 - 3 Tage getrocknet.

Nun folgen weitere Trockentage in den Trockenräumen, die von der  
Warmluft abkühlender Brennöfen gespeist werden.

Der darauffolgende Brennvorgang selbst dauer ca. 3-4 Tage. Zunächste  
werden die getrockneten Terracottamodelle schrittweise innerhalb von  
22 - 24 Stunden auf die nötige Temperatur von 930 Grad erhitzt. Dann  
folgt das Brennen bei gleichbleibender Temperatur für ca. 10 - 12  
Stunden.

Die fertig gebrannten Unikate verbleiben für weitere zwei Tage im  
abkühlenden Ofen und werden dann stark befeuchtet um den "Kalk im  
Inneren zu löschen".

Nun werden alle Einzelstücke umsichtig dem hohen Wert entsprechend  
umsichtig verpackt und sind bereit für Ihren "besonderen Garten".


Die Grundlage zur Frostsicherheit

Das hohe Maß an Handarbeit bei der Herstellung eines einzelnen  
Terracottaunikats ist auch ohne genaues Wissen vorstellbar. Wieviel  
Zeit jedoch danach noch vergeht bis ein frostsicherer Topf den  
eigenen Garten- und Erholungswert steigert wird häufig unterschätzt.

Nach der Fertigstellung der Töpfe werden diese zunächst einige Tage  
an der freien und schattigen Luft vorgetrocknet. Dies ist nötig, da  
sich der fertig geformte Ton beim Trocknen ca. 10 % zusammenzieht und  
somit Brüche bei sofortigem Brennen entstehen könnten. Nach dieser  
ersten Trocknungsphase werden die Töpfe in Trockenräumen gelagert,  
die von der Warmluft der abkühlenden Brennöfen gespeist werden, bis  
sie vollends getrocknet sind.

Nun erfolgt der wichtigste Schritt zur höchsten Qulität von  
Terracotta. Die Einzelstücke werden im Ofen ca. 24 Stunden lang  
schrittweise auf 930 Grad erhitzt. Nach Erreichen der nötigen  
Temperatur verbleiben die Töpfe ca.10 - 12 Stunden bei konstant 930  
Grad im Ofen. In diese Stunden geschieht das eigentliche Brennen. Nun  
sind weitere zwei Tage nach dem Abschalten des Ofens nötig um die  
Töpfe in immernoch geschlossenen Offen abzukühlen.

Nach dem Abkühlen werden die Töpfe großzügig befeuchtet um den Kalk  
im Inneren der Töpfe zu "löschen". Jetzt erst, nach über einer Woche  
Trocknen und Brennen sind die Töpfe bereit für die aufmerksame  
Verpackung und Sicherung der Unikate für den Transport in einen  
"besonderen Garten".

Der Tradition treu geblieben - die Geschichte des Terracotta

Die Region des Chianti ist seit Jahrhunderten für Ihren Wein bekannt.  
Daß eben dieser Region jedoch auch das hochwertigste Terracotta  
entstammt ist weitaus weniger verbreitet. Einige Fundstücke belegen  
die Verbreitung von Terracottagefäßen bereits im 11. Jahrhundert. Von  
einfachen Schälchen für Wasser und Wein, bis hin zu großen Krügen für  
Öl und Korn fand das robuste Material Einzug in das tägliche Leben  
Italiens und wurde zum Grundbestandteil der so genannten "Kultur der  
Terracotta".

Im Laufe der Zeit entwickelten sich zwei verschiedene  
Herstellungsmethoden für Terracotta: Die maschinelle, die primär den  
Bereich der Baustoffe, wei Ziegel oder Fliesen abdeckte und den  
handwerklichen Bereich, der an Einzelstücken, an Unikaten arbeitete  
und für den Garten- und Hausbereich fertigte.


Der große Unterschied


Als wir Ihnen vor einigen Wochen angekündigt haben etwas Zeit zur  
Auswahl der Hersteller mit der höchsten Qualität zu brauchen wussten  
wir noch nicht um das Ausmaß dieses Anliegens. Wir haben Angebote aus  
Vietnam, China, Thaland und sogar Pakistan bekommen, die sich  
erstaunlicherweise kaum von den häufig in manchen Bau- und  
Gartenmärkten angebotenen Massenartikeln unterscheiden. Selbst aus  
Italien haben wir Angebote aus Fließbandproduktionen erhalten und  
waren froh, als wir letztendlich direkt in Impruneta unsere Meister  
gefunden hatten.

Reine Handarbeit mit jahrhundertealten Herstellungsmethoden

Die fertig gemischte Tonmasse wird mit der antiken Fertigungsmethode  
der "Rundarbeit" in reiner Handarbeit in die jeweilige Rohform der  
Vasen, Töpfe oder Cassetten gebracht. Dabei bewegt sich der  
Handwerker um das Gefäß herum und nicht wie bei der Töpferscheibe das  
Gefäß im Kreis. Durch diese Fertigungsmethode der reinen Handarbeit  
weichen alle Exemplare geringfügig voneinander ab. Dies ist  
selbstverständlich eine sehr zeitintensive Fertigungsmethode

Auch die verschiedenen Verzierungen der Gegenstände werden in  
"Rundarbeit" erstellt. Nachdem das Grundmodell in der Gipsschale  
getrocknet ist und überarbeitet wurde, setzt der Handwerker  
verschiedene Tonstreifen auf den Topf auf. Daraus werden dann  
ebenfals von Hand die verschiedensten Ornamente geformt.

Alle Unikate erhalten dann an einer Außenseite die Herstellerprägung  
in Form eines kleinen Stempels und die Prägung "Made in Italy" auf  
dem Gefäßboden. Sehr große Exemplare, die erst nach mehreren Tagen  
fertiggestellt wurden erhalten die Signatur des Handwerkers und das  
Datum der Fertigstellung von Hand signiert.

Der Ton - die Grundlage Ihres Terracottaunikates

Wenn auch herkömmlicher Ton als fertiges Material sehr bekannt ist,  
so ist die Herstellung von qualitativ sehr hochwertigem Ton, wie er  
in Impruneta verwendet wird weitgehend unbekannt. Die Vorkommen  
dieses ausgezeichneten Materials beschränken sich auf ca. 200.000  
Quadratmeter in der Nähe von Impruneta und werden unter freiem Himmel  
maschinell abgebaut. Die so gewonnene Tonerde, die aus kalkhaltigem  
Mergel und aus Tonschiefer besteht wird an der Sonne getrocknet und  
das minderwertige Material daraufhin von Hand aussortiert.

Die verbleibende Tonerde wird von schweren Maschinen fein gemahlen,  
so dass ein fein körniges Pulver entsteht, das dann gesiebt und  
eingelagert wird. Der letzte Schritt zur fertigen Basis des  
Terracottas liegt nun in der Hand des Brenners, der ein genau  
festgelegtes Verhältnis zwischen Wasser und Tonpulver beim Herstellen  
der fertigen Tonmasse einhalten und überwachen muss.

Die rötliche Farbe erhalten die gebrannten Terracottaunikate durch  
das im Ton enthaltene Eisenoxid. Kalksalze und Kalziumcarbonate  
lassen das Endprodukt wasserdurchlässig und porös werden, was bei  
bepflanzten Töpfen für die nötige Luftzufuhr der Erde sorgt und  
Wasserstau vermeidet.

 

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